Kiel 2030 – Kiel fit machen für die Zukunft

Kiel blickt in den nächsten Jahren vielen Herausforderungen entgegen, deren Lösung oder Nicht-Lösung die Richtung Kiels vorgeben werden. Zu diesen zählen insbesondere die Infrastruktur, die fehlende Attraktivität für junge Menschen und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende, junge Familien und Studenten. Hier müssen wir Junge Liberale Kiel als Vertreter der jungen Generation darauf hinwirken Kiel fit für die Zukunft zu machen.

Hierfür fordern wir die Erstellung eines Gesamtkonzepts für Kiel, in dem die Probleme aufeinander abgestimmt und in Bezug aufeinander angegangen werden. Somit soll zum einem verhindert werden, dass sich die verschiedenen Lösungen gegenseitig behindern und zum anderem gewährleistet werden, dass Kiel zu einer Stadt voneinander greifenden Teilen wird. Hierzu sollen neue Planungskapazitäten in Kiel geschaffen werden, um den Investitionsstau aktiv zu bekämpfen.

Kiels Infrastruktur ist von vielen Problemen, wie z.B. Flaschenhälsen in der Ost-WestVerbindung geprägt. Hinzu kommt, dass die einzelnen Verkehrsteilnehmer eher von Ideologie getrieben gegeneinander ausgespielt werden, anstatt harmonisch nebeneinander existieren zu können. Daher fordern wir die Schaffung eines Verkehrskonzeptes, das einen nahtlosen Übergang von einem auf ein anderes Verkehrsmittel ermöglicht und ein Nebeneinander der Verkehrsteilnehmer durch eine sachlich-pragmatische Herangehensweise anstrebt. Hierfür sollen mehr Fahrradstraßen/ und -wege gebaut werden, welche besser an den ÖPNV und Park and Ride-Möglichkeiten angebunden sind. Generell muss das gesamte ÖPNV-Konzept Kiels umgestaltet werden, sodass es besser auf die Anforderungen der Bürger ausgerichtet ist. Gerade nachts sind viele Teile Kiels kaum bis gar nicht per Bus zu erreichen. Auch sind die Fahrpläne und Linien im Berufsverkehr deutlich zu verbessern. Um den Berufsverkehr zwischen Ost- und Westufer zu entlasten, soll nach dem Vorbild des alten Hamburger Elbtunnels ein Fahrrad- und Fußgängertunnel unter der Förde gebaut werden. So werden die Innenstadt und die B76 entlastet und die Arbeitswege verkürzt. Des Weiteren soll der Fährverkehr intensiviert werden, da hier wieder einmal das Potential der Förde nicht genutzt wird. Insgesamt führen diese Maßnahmen zu einer Entzerrung des Verkehrs und helfen dabei die Luftverschmutzung zu bekämpfen.

Ein wichtiges und immer wichtiger werdendes Thema ist der Wohnraum in Kiel. Hierbei gilt es insbesondere, auf kommunaler Ebene so weit als möglich Neubau zu fördern, sowohl für Mehrfamilienhäuser als auch für Einfamilienhäuser. Wir halten es für wichtig, dass die Erschließung von Neubaugebieten, bspw. durch die Umwidmung von ungenutzten Gewerbezu Neubaugebieten, zu verfolgen. Dabei gilt es auch, Förderprogramme für junge Familien zu initiieren.

Vernünftiges Verkehrskonzept statt ideologischer Schikane

Eine Position ist sicher allen Parteien schon derzeit gemein: Die Luft in unseren Städten soll sauberer werden! Kiel hat dahingehend vergleichsweise schlechte Startbedingungen: Es hat ein nicht nur ein für norddeutsche Verhältnisse scharfes, für die deutsche Ostseeküste typisches Relief, sondern zudem am tiefsten Punkt die größten Abgasschleudern – den Hafen mit seinen Kreuzfahrtschiffen und Skandinavienfähren, die derzeit immer noch nicht mit Landstrom versorgt sind.

Hinzu kommt, dass Kiel stark vom Pendel-, aber auch vom Durchgangsverkehr betroffen ist. Durch die Förde ist es zudem notwendig, sofern man von schwer zu realisierenden Projekten wie einer Brücke oder einem Tunnel absehen möchte, dass unweit der Hörn West- und Ostufer verbunden werden. Das schränkt die Möglichkeiten ein.

Fakt ist: Zwar auch, aber lange nicht nur wegen des derzeit suboptimalen Netzes des Regionalverkehrs in Schleswig-Holstein, werden weiterhin Menschen Auto fahren. Es gilt, das Verkehrsnetz zu beschleunigen, indem auch die Wege verkürzt werden und an den lokal von sich aus problematischen Stellen lokale Lösungen zu finden.

Wir fordern daher:

  • Einen verstärkten Einsatz von titandioxidhaltigem Asphalt an stark belasteten Stellen, sofern der Modellversuch am Theoder-Heuss-Ring eine positive Wirkung entfaltet
  • Für ein besseres Mesoklima, wo möglich, städtebaulich klug statt eng zu planen und auf „Nachverdichtung“ zu verzichten
  • also stärker Fachleute der Städtebauphysik einzubinden in Stresstests den Verkehrsfluss auf die Probe zu stellen, um die Wege nicht künstlich durch Verkehrsführungen zu verlängern
  • Die Entwicklung der Wohnsituation und die Belastungen der verschiedenen Wege innerhalb Kiels zu analysieren und das Bus-Netz dahingehend zu reformieren
  • Parkplatzsituation verbessern, z.B. durch Tiefgaragen und Parkhäuser, um langes Herumfahren zu vermeiden
  • Eine bessere Anbindung, auch durch mehr S-Linien, an das Kieler Umland, um Pendlern eine echte Alternative zum stundenlangen Busfahren zu bieten.

Begründung: Bisher hat man verschiedene Verkehrskonzepte angedacht, um diese Situationen zu entzerren: Man hat versucht, durch diverse Geschwindigkeitsbegrenzungen den Verkehr zu verlangsamen, die Parkplatzsituation vernachlässigt, gezielt den Radverkehr beworben, den Altstadtbereich versucht von Verkehr zu befreien, indem der KFZ-Verkehr weiter außen entlanggeführt wird – so beispielsweise am kleinen Kiel.